Features im Radio

Features

Mittwoch 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Zukunft Wald

Potential für kommende Generationen (3). Gestaltung: Kim Cupal und Nikolaus Scholz Der Wald gilt für viele als Hoffnungsträger gegen den Klimawandel. Denn gesunde, bewirtschaftete Wälder dienen uns als CO2 Speicher und unterstützen mit einer Vielfalt an Bodenlebewesen die langfristige Bindung des Kohlenstoffs im Waldboden. Doch seine Stabilität und Widerstandskraft ist abhängig von einer artenreichen Fauna und Flora. Und gerade diese geht zunehmend verloren. Denn nach wie vor bestehen mehr als die Hälfte der österreichischen Wälder aus reinen Fichtenwäldern. Die zunehmende Trockenheit, der Borkenkäfer, die Windbrüche setzen den Monokulturen massiv zu, ebenso die Nonnen-Raupe, die bevorzugt Kiefer- und Föhrenwälder schädigt, sowie zahlreiche Pilze. Daher ist der Wald heute von Naturkatastrophen und Schädlingen in Mitleidenschaft gezogen und wohl selbst der größte Verlierer des Klimawandels. Von den heimischen Nadelbaumarten erscheint vielerorts noch die Kiefer als am besten gegen den Klimawandel gewappnet. Im Laubwald könnte währenddes die bislang regierende Buche von den Trauben- und Stieleichen überholt werden. Eine bislang unterschätzte Baumart, die sogar unter enormen Trockenstress nicht mit der Photosynthese aufhört und von der Schwäche der anderen profitiert. Eine Alternative, um klimastabile Wälder zu schaffen, bietet auch die Einführung bislang nicht heimischer Baumarten. Vor allem die Douglasie, die Küstentanne und Roteiche, vielleicht auch die Baumhasel und Esskastanie oder die türkische Tanne gelten als vielversprechend. Im Nationalpark Kalkalpen und zahlreichen anderen europäischen Schutzgebieten hat sich in den vergangenen Jahren die ?Tu Nichts" - Philosophie durchgesetzt: Von den 21.000 Hektar Nationalpark Kalkalpen sind aktuell rund 400 Hektar Naturwald - hier darf sich der Wald gänzlich ohne menschliches Eingreifen entfalten. Somit werden die Fichten ihrem sicheren Tod überlassen und zurück bleiben nur mehr skelettartige Monumente auf verödeten Flächen. Doch was auf den ersten Blick nach Wüste aussieht, ist der Anfang neuen Lebens. Junge Buchen, Tolkirschen, Türkenbundlilien und seltene Orchideenarten wie den Frauenschuh finden hier Licht und Platz, um zu gedeihen. Wie ist es um den Wald der Zukunft bestellt, und welche Wege beschreiten die Waldbesitzer und Förster, diese ökologische wie ökonomisch Ressource für die kommenden Generationen gesund zu erhalten?

Mittwoch 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Das Labyrinth Der Weg zur Mitte Chinas Gartenwelten Wenn die Gärten Trauer tragen Das Kalenderblatt 3.3.1875 Bizets "Carmen" wird uraufgeführt Von Markus Vanhoefer Das Labyrinth - der Weg zur Mitte Autorin: Gerda Kuhn / Regie: Christiane Klenz Seit Jahrtausenden fesselt das Symbol des Labyrinths den Menschen. Es ist in vielen Kulturen zu finden. Was macht seine eigenartige Faszination aus? Vielleicht ist es der unbewusste Wunsch, die eigene Mitte, das Ziel des eigenen Lebens zu finden. Denn bei einem Labyrinth führt der Weg trotz vieler Wendungen am Ende doch immer ins Zentrum - anders als beim Irrgarten, bei dem man auch die Orientierung verlieren und sich verlaufen kann. Von Anfang an wurde das Labyrinth bewusst oder unbewusst in Beziehung gebracht zum eigenen Lebensweg. Wie verläuft er, worauf steuert er zu? Warum scheint man sich auf diesem Weg so oft immer wieder von seinem eigentlichen Ziel zu entfernen? Und was passiert, wenn man tatsächlich dort angekommen ist? Auch in vielen christlichen Kirchen fanden sich ursprünglich Labyrinthe, sie standen oft symbolisch für das Leben als Pilgerweg. Das berühmteste Beispiel dafür ist sicherlich die Kathedrale von Chartres. Chinas Gartenwelten - wenn die Gärten Trauer tragen Autor: Stefan Schomann / Regie: Christiane Klenz "Man müßte ein Genie sein, das gleichzeitig Poesie und Malerei, Kunst und Sinologie beherrscht, um den Anblick eines chinesischen Gartens beschreiben zu können." So schwärmte ein britischer Missionar vor 150 Jahren. Bis heute sind Chinas Gärten grüne Zauberorte geblieben. Sie stellten nichts geringeres als ein Modell der Welt dar, einen Kosmos im Kleinformat. Ordnung und Leben, Herrschaft und Harmonie wurden eins. Die kleineren Gärten dienten privatem Vergnügen, die großen aber bildeten utopische Räume, beschworen die Gefilde der Seligen. Die drei kaiserlichen Gärten im Nordwesten Pekings blieben über Jahrhunderte hinweg aufs engste mit dem Schicksal des Reiches verbunden. Ein Spaziergang durch dieses grüne Imperium führt hinein die Kulturgeschichte einer Seelenlandschaft. Moderation: Gabi Gerlach Redaktion: Bernhard Kastner

Mittwoch 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Positionen in der Kunst

Marc Quinn (3). Gestaltung: Christine Scheucher *Marc Quinn: Me, Myself and I* Als Künstler wie Damien Hirst, Sarah Lucas oder Tracey Emin in den 1990er Jahre unter der Etikette Young British Artists den internationalen Kunstmarkt aufmischten und erfrischten, war er mit dabei: Marc Quinn, geboren 1963 in London, war nicht nur in der gleichnamigen legendären Gruppenausstellung von Mäzen und Marketing-Guru Charles Saatchi vertreten, er gehörte auch zu jener jungen Künstlergeneration, die in der Londoner Galerie White Cube zeigte, was angesagt und neu war. Aufsehenerregend ist Quinns Beitrag zum Selbstporträt, angesiedelt an der Schnittfläche von Skulptur und Performance. In der Serie "Self" dokumentierte der Künstler seinen körperlichen Wandel im Zeitraum von 5 Jahren und goss Skulpturen aus seinem eigenen Blut. Seine Bronzeskulptur "Mirage", die Folterpraktiken im US-amerikanischen Gefängnis Abu-Ghraib zum Thema macht, erzeugte ein großes mediales Echo. Die Arbeit, die auf einer ikonischen Fotografie beruht und einen Gefangenen zeigt, der mit Elektroschocks gequält wird, stand im Kreuzfeuer der Kritik. Quinn musste sich den Vorwurf gefallen lassen, das Leid der Opfer im Namen der Kunst zu instrumentalisieren.

Mittwoch 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Was ist Clubkultur?

Vier Modelle aus Österreich (3). Gestaltung: Stefan Niederwieser Was ist Clubkultur. Den Begriff führen mittlerweile Kuratorinnen genauso im Mund wie Bohèmiens, Staatssekretärinnen und Eventmanager. In Clubs und um sie haben sich zahlreiche Musikstile und Genres entwickelt. Zudem waren sie Keimzellen sozialen Wandels. Denn in ihnen waren Klasse und Hautfarbe für einige Stunden ausgehebelt. Sie erschufen utopische Singularitäten. Dieser Moment wurde kultiviert und verfeinert. In Clubs wird gefeiert. Doch das ist lediglich ein hübscher Nebeneffekt. Mindestens genauso zählen die Musik, die Art wie sichergestellt wird, dass sich alle wohlfühlen, oder das Spiel mit der eigenen Identität. Clubs bieten dafür einen kontrollierten Rahmen. Das soziale und ästhetische Design dieses Ortes ist Clubkultur. In Clubs finden Subkulturen einen Raum - wenn etwa eine Gemeinschaft eigene Regeln dafür aufstellt, was guter Geschmack ist und was Anerkennung verdient. Am deutlichsten lässt sich das in Österreich in einigen städtischen Außenbezirken beobachten. Die Namen der Musiker, die dort in Clubs auftreten oder von einem DJ gespielt werden, sind bei der Mehrheitsbevölkerung kaum bekannt. Kulturelles Kapital will an diesen Orten anders verdient werden. Auch dort, wo sich lesbische, schwule oder queere Menschen gerne zum Feiern treffen, gilt es sich anders auszuprobieren und sich zu behaupten. In anderen Teilen der Clubkultur werden kapitalistische Zwänge unterlaufen. Und auch Hip Hop galt einmal als eine Musik der Entrechteten. In diesem Radiokolleg werden vier Modelle näher betrachtet, die heterotopische Momente für ihre Community schaffen. Stefan Niederwieser gibt Einblicke in Techno, Hip Hop, queere und migrantische Clubkultur in Österreich. In Szenen also, die eine Pandemie zu zerstören droht.

Mittwoch 13:34 Uhr WDR5

Neugier genügt - Das Feature

Mittwoch 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Selbstbetrug Die Flucht vor dem wahren Ich Die Ausrede Philosophie des Ausweichens Das Kalenderblatt 3.3.1875 Bizets "Carmen" wird uraufgeführt Von Markus Vanhoefer Selbstbetrug - die Flucht vor dem wahren Ich Autorin: Prisca Straub / Regie: Martin Trauner "Erkenne Dich selbst!" - das müsste doch ganz einfach sein. Das eigene Ich zu ergründen, sollte eigentlich keine besondere Schwierigkeit darstellen, schließlich kennt niemand das eigene Wesen so gut wie man selbst. Und doch zeigt sich immer wieder: Selbsterkenntnis ist durchaus mühevoll. Und der antike griechische Philosoph Sokrates hielt sie sogar für mit das Anspruchvollste überhaupt. Er machte "Erkenne Dich selbst!" zu seinem Wahlspruch. Warum Selbstreflexion so schwierig ist, das erforschen Psychologen, Neurologen, Hirn- und Verhaltensforscher. Sie ergründen das Netzwerk, das unsere Gedanken, Äußerungen und Gefühle bestimmt. Sie fragen nach dem Einfluss unbewusster Ich-Anteile und wollen wissen, warum wir - koste es, was es wolle - so beharrlich an unserem bewussten Selbstbild festhalten. Es scheint offenbar in unserer Natur zu liegen, Erinnerungen, Absichten und Wünsche zu filtern und so lange zu korrigieren, bis sie ein scheinbar rundes Bild ergeben. Und dann gibt es noch Selbsttäuschungen der besonderen Art: Menschen, die beispielsweise behaupten, ihnen sei über Nacht ein kompletter Arm entfernt und an seiner statt ein fremder angenäht worden. Völlig unmöglich, die Patienten von ihrer Wahrnehmungsstörung zu überzeugen, denn sie spüren ja scheinbar unmissverständlich, dass sie Recht haben: "Dieser Arm ist wirklich nicht meiner!" Wer ist dieses Ich, dem der eigene Arm fremd werden kann? Die Ausrede - Philosophie des Ausweichens Autor: Rolf Cantzen / Regie: Christiane Klenz Wenn Versprechen gebrochen, Abmachungen nicht eingehalten und Verbote missachtet werden, sind sie gefragt - Ausreden, und zwar möglichst glaubwürdige und / oder kreative. Ausreden erlauben uns, auszuweichen und uns einer direkten Konfrontation zu entziehen. Anthropologen geben zu bedenken, dass Menschen oft überfordert sind, die volle Verantwortung für ihre Taten zu übernehmen. Ein Ausweichen öffnet Spielräume für Verhandlungen. Mit der beliebten Ausrede: "Ich war es nicht, Schuld ist ein anderer" begann es bereits bei Adam und Eva im Paradies. Adam versucht sich herauszureden, indem er darauf verweist, dass er den verbotenen Apfel von Eva erhalten hat, Eva ihrerseits versichert: die Schlange war es! Diese Ausrede ist die erste menschliche Rede überhaupt, von der in der Bibel berichtet wird. Kommunikationswissenschaftler meinen auch deshalb: Ausreden sind "Erzählungen", die nicht unwichtig sind für das menschliche Zusammenleben. Mit einer guten Ausrede können Zweifel gesät, Eindeutigkeiten beseitigt und eine differenzierte Sicht ermöglicht werden. Andererseits: Ausreden hindern uns selbst daran, Verantwortung für uns zu übernehmen. Moderation: Gabi Gerlach Redaktion: Bernhard Kastner

Mittwoch 19:00 Uhr rbb Kultur

FEATURE

Forever Fukushima 10 Jahre nach der Katastrophe Von Julia Shimura und Yu Minube Regie: Giuseppe Maio Produktion: rbb/DlF/WDR 2021 - Ursendung -

Mittwoch 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Erziehung mit dem Rohrstock Eine Geschichte der körperlichen Züchtigung Von Ulrich Land Lehrer, die mit dem Rohrstock, dem Lineal, einem Buch auf Schulkinder eindreschen oder Ohrfeigen verteilen. "Knallzijarren", wie sie im Rheinland genannt wurden. Eltern, die ihre Kinder mit einem Gummiknüppel traktieren oder den Teppichklopfer einsetzen und ihn als "Liebmacher" bezeichnen. Der ganz normale Umgang von Erziehungsberechtigten mit Kindern war bis vor einigen Jahrzehnten noch von körperlicher Züchtigung geprägt. Allein die Drohung mit dem Rohrstock oder dem Terppichklopfer sollte das "unartige Kind" zum Gehorsam erziehen. In früheren Jahrhunderten wurden die Kinder auf diese Weise in die Erwachsenenwelt eingeführt. Dort hatte der Lehrherr das Recht, seine Lehrlinge zu züchtigen - und der Ehemann hatte dasselbe Recht gegenüber seiner Ehefrau.

Mittwoch 22:05 Uhr SWR2

SWR2 Feature

Weiße Retter. Hilfe oder Anmaßung? Von Veronica Frenzel (Produktion: WDR 2020) In Uganda steht die Vorsitzende einer US-amerikanischen NGO vor Gericht. Sie soll sich als Ärztin ausgegeben haben und dadurch für den Tod von hundert Kindern verantwortlich sein. Hat sie es in ihrem Eifer, helfen zu wollen, übertrieben? Der Fall steht im Zentrum einer Social-Media-Kampagne, die die gesamte westliche Hilfsindustrie in Frage stellt. Für sie ist die Angeklagte der Inbegriff einer arroganten Weißen ohne Qualifikation, die glaubt, Schwarzen per se helfen zu können. Doch ist die Realität wirklich so einfach?

Mittwoch 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Zukunft Wald. Potential für kommende Generationen (3). Gestaltung: Kim Cupal, Nikolaus Scholz Positionen in der Kunst. Viktor Rogy, Jonathan Meese, Marc Quinn, Louise Bourgeois (3) Gestaltung: Christine Scheucher, Thomas Mießgang Was ist Clubkultur? Vier Modelle aus Österreich (3). Gestaltung: Stefan Niederwieser

Mittwoch 22:30 Uhr HR2

Jazzfacts

What"s going on? - Features, Interviews und was die Szene (um-)treibt | Mario Rom"s Interzone Kopfüber in die Musik - Das spektakuläre Trio "Interzone" des Trompeters Mario Rom

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